Kaffee macht süchtig, oder doch nicht? Wir gehen der Sache auf den Grund

Der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee schwebt durch die Räumlichkeiten und wandert bis in den letzten Winkel einer Wohnung. Er ist es, der uns gute Laune am Morgen bereitet und er ist es, der uns fit, fröhlich und beschwingt den Tag beginnen lässt, er ist es auch, der unsere Sinne am Nachmittag mit seinen aufmunternden Inhalten verschärft und er ist es ebenfalls, der uns und unseren Magen nach einem ausgedehnten Mahl zur Ruhe kommen lässt und einen wunderbaren Tag abschließen lässt. Der Kaffeegenuss ist uns heilig und wohl kaum ein Land ist dem Aroma der schwarzen Bohne in einer solchen Vielfalt und Häufigkeit so verfallen, wie Deutschland. Die Sucht nach dem schwarzen Getränk ist groß und es gibt Menschen die behaupten, dass sie ohne Kaffee keinen einzigen Tag überstehen könnte. Was genau ist dran, an der Sucht nach dem Kaffee. Oder kann man überhaupt von einer Sucht sprechen?

Wie viel Kaffee darf es denn sein?

Unser täglichen Kaffee gib uns heute… So oder ähnlich könnte man den Kaffeekonsum in Deutschland tatsächlich beschreiben. Nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes trank 2016 jeder Bundesbürger im Schnitt 162 Liter Kaffee. Das würde ungefähr 7,2 Kilogramm Rohkaffee entsprechen. Somit hat es Deutschland was den Kaffeekonsum pro Kopf angeht geschafft und den sonst so verwöhnten Kaffeegenießern Italien den Rang abgelaufen. Sie vertilgen im Vergleich „nur“ 5,6 Kilogramm pro Kopf. Dicht gefolgt von der USA mit 4,5 Kilogramm, die sich erst im Laufe der Jahrzehnte das Kaffeetrinken und seine vielseitigen Facetten immer mehr angeeignet haben.Überfliegt man nun jetzt die Zahlen und Fakten, dann könnte man davon ausgehen, dass diese gigantische Anzahl an Kaffeegenießer allesamt süchtig sind. So ist es aber bei weitem nicht. Zu den Genießern des Heißgetränks gehören auch Menschen, die sich hin und wieder und je nach Begebenheit und Lebenssituation eine heiße Tasse Cappucchino oder eine Latte Macchiato beispielsweise gönnen. Oder auch nach einem schönen Dinner im Restaurant zum Abschluss einen kräftigen Espresso zu Herzen nehmen. Ebenfalls werden hier auch Menschen hinzugezählt, die vielleicht einfach nur mal gelegentlich am Morgen im Büro einen Kaffee zubereiten. Von Sucht oder Suchtverhalten kann hier nicht die Rede sein.

Die Regelmäßigkeit macht den Unterschied

Wer allerdings jeden Morgen seinen Kaffee trinken muss, um überhaupt den Tag überstehen zu können. Dann am Arbeitsplatz noch diverse Tassen Kaffee zu sich nimmt, und am Nachmittag zuhause ebenfalls noch ein bis zwei Tassen bis in den Abend trinkt, kommt da schon auf eine beträchtliche Summe. Es existiert tatsächlich dann eine Kaffeesucht, die man als Betroffener erst dann feststellt, wenn man eben aus unterschiedlichen Gründen plötzlich nicht wie gewohnt die Tasse Kaffee am Morgen zu sich nehmen kann. Der Satz“ Ich habe richtig Kaffeedurst“ ist noch von ungefähr und trifft den Nagel auf den Kopf. Der Körper verlangt nach seiner täglichen Dosis an Koffein und wehe, wenn sie nicht erfolgt. Koffein gehört wie Nikotin zu den Nervengiften und chemisch sogar zu der Gruppe der Alkaloide. Je nach Ausprägung kann ein Koffeinentzug ernsthafte Entzugserscheinungen mit sich bringen, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Kopfschmerz, Müdigkeit, körperliche Erschöpfung, Darmträgheit und vieles mehr können die Folge des Entzugs sein. Wer sich dem entziehen will, kann ganz einfach vorgehen und den Konsum von Tag zu Tag ein wenig verringern und schon nach einer Woche stellt sich eine deutliche Besserung der Entzugssymptomatik ein. Den Kaffee einfach in Maßen genießen ist die beste Möglichkeit, erst gar nicht in diese Situation kommen zu müssen.

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